DPV-Lizenz & Rangliste erklärt: Was du fürs Turnierspiel brauchst
Veröffentlicht am 24.07.2026 · zuletzt aktualisiert am 21.10.2026 · 6 Min. Lesezeit
Sobald du über den ersten Club-Americano hinaus willst, stolperst du schnell über Begriffe wie "Volllizenz", "GPS 250" oder "Rangliste". Hier die kompakte Erklärung, ohne Verbands-Deutsch.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt zwei Turnierserien mit getrennten Ranglisten: die GPS des DPV und die GPT des DTB.
- Für GPS-Turniere und das Ligasystem brauchst du eine DPV-Lizenz (Volllizenz 69 € pro Jahr). GPS 50 und die GPT gehen ohne.
- Die Zahl im Turniernamen ist die Punktzahl für den Sieg, keine Niveau-Note.
Erst mal wichtig: Es gibt zwei Turnierserien
Deutschland hat zwei parallele Turnierserien von zwei verschiedenen Verbänden – mit getrennten Ranglisten:
GPS – German Padel Series
Vom Deutschen Padel Verband (DPV). Die größere von beiden: Laut DPV kommen jährlich rund 3.000 ranglistenrelevante Turniere zusammen.
GPT – CERTINA German Padel Tour
Vom Deutschen Tennis Bund (DTB), seit 2025 von CERTINA gesponsert (davor CUPRA).
Punkte aus der einen Serie zählen für die Rangliste der anderen nicht. Ein GPS 250 und ein GPT 250 sind gleich hoch ausgeschrieben, aber nicht dasselbe Turnier – achte im Turniernamen also aufs Kürzel, nicht nur auf die Zahl.
Brauchst du überhaupt eine Lizenz?
Kommt auf das Turnier an:
Club-Turniere & Americanos
Lockere Club-Turniere, Americanos, Golden-Court-Events: meist keine Lizenz nötig – das entscheidet der Veranstalter.
GPS-Turniere & DPV-Liga
Offizielle GPS-Turniere und das DPV-Ligasystem (Padel-Bundesliga, Regionalligen): Du brauchst eine Spiellizenz des Deutschen Padel Verbands (DPV).
CERTINA German Padel Tour
Weder Lizenz noch Vereinsmitgliedschaft – Schläger und Sportsachen genügen.
Ausnahme: GPS 50
Die neue Einstiegskategorie GPS 50 ist bewusst auch ohne Lizenz spielbar – gedacht für den allerersten Turnierkontakt.
Der günstigste Einstieg
Wenn du einfach mal Turnierluft schnuppern willst, ohne dich mit 69 € Jahreslizenz festzulegen: Ein GPT-100-Turnier oder ein GPS 50 sind der günstigste Einstieg.
Volllizenz oder Basislizenz?
Der DPV unterscheidet zwei Stufen (Stand 2026, Preise seit 1. Mai 2026):
Volllizenz · 69 € pro Jahr
Gültig für alle GPS-Turniere und alle Spiele der Padel-Bundesliga/Ligasystem.
Basislizenz · 15 € pro Jahr
Die vergünstigte Einstiegsvariante. Sie ist im Umfang begrenzt und trägt dich nur durch die ersten Turniere – wer regelmäßig spielt, landet zwangsläufig bei der Volllizenz. Für Liga-Spiele reicht sie nicht, dort ist die Volllizenz Pflicht.
Wie weit die Basislizenz genau reicht und wer sie lösen darf, legt der DPV im Gebühren- und Strafenkatalog fest – den solltest du vor dem Kauf kurz gegenlesen, weil der Verband die Konditionen zur Saison anpasst.
Die Lizenz gilt genau ein Jahr ab Kaufdatum, nicht bis zum Jahresende – kaufst du sie am 1. März, läuft sie bis zum 28. Februar des Folgejahres. Erworben wird sie bei der Turnieranmeldung: Je nachdem, wo dein Turnier ausgeschrieben ist, läuft das über RankedIn oder über das DPV-Portal (mehr dazu gleich). Bezahlt wird per Kreditkarte, da die Abwicklung über einen externen Anbieter läuft.
Das ändert sich gerade (Stand August 2026)
Der DPV zieht Lizenzen, Konten und Turniere schrittweise in sein eigenes DPV-Portal um. Einen Stichtag gibt es nicht – die GPS-Rahmenausschreibung vom 1. März 2026 nennt RankedIn noch als offizielle Turnierplattform, kündigt den Wechsel während der Saison 2026/27 aber an, und für die Deutsche Padel Liga wird schon ein Konto im DPV-Portal verlangt. In der Praxis ist der Wechsel bei den Turnieren schon weit fortgeschritten: In unserem Turnierkalender verweisen inzwischen praktisch alle kommenden GPS-Termine auf das DPV-Portal, während die GPT des DTB vollständig über RankedIn läuft. Konkret heißt das: beide Zugänge behalten und vor der Anmeldung in der Ausschreibung nachsehen, über welche Plattform dein Turnier läuft.
Was bedeuten GPS 100, GPS 500, GPS 1500?
GPS steht für die German Padel Series, das offizielle Turniersystem, über das national Ranglistenpunkte vergeben werden.
Die Zahl ist keine Niveau-Note, sondern die Punktzahl: Sie sagt, wie viele Ranglistenpunkte das Siegerteam für dieses Turnier bekommt. Wer ein GPS 50 gewinnt, bekommt 50 Punkte; wer ein GPS 1500 gewinnt, bekommt 1500. Weil höhere Punktzahlen entsprechend stärkere Felder anziehen, ist die Zahl gleichzeitig ein guter Indikator für das zu erwartende Spielniveau:
| Kategorie | Punkte für den Sieg | Für wen |
|---|---|---|
| GPS 50 | 50 | Kompletter Einstieg, spielbar ohne Lizenz |
| GPS 100 | 100 | Anfänger ohne Tenniserfahrung |
| GPS 250 | 250 | Spieler mit erster Turniererfahrung oder sicherer Tennistechnik |
| GPS 350 | 350 | Fortgeschrittene mit regelmäßiger Turnierpraxis |
| GPS 500–1000 | 500–1000 | Routinierte Spieler mit längerer Praxis |
| GPS 1500 | 1500 | Nationale/internationale Elite ("Grand Slams"), mit Preisgeld |
Zwei Einschränkungen dazu: Die volle Punktzahl wird nur ausgeschüttet, wenn das Teilnehmerfeld die Mindestanforderungen erfüllt – bei sehr kleinen Feldern kann sich die tatsächlich vergebene Punktzahl reduzieren. Und in den vier kleinsten Kategorien (GPS 50 bis 350) gilt eine Cap-Regel: Die addierten Ranglistenpunkte beider Spieler eines Teams dürfen einen Höchstwert nicht überschreiten, damit starke Paarungen nicht in Einsteigerturnieren mitspielen. Ab GPS 500 fällt diese Grenze weg, das Feld ist offen.
Auf unserer Turnierseite kannst du kommende Turniere direkt nach Serie, Wertungsstufe und Bundesland filtern.
Und die GPT? Die Tour des Tennisbunds
Die CERTINA German Padel Tour ist nach demselben Prinzip aufgebaut – die Zahl im Turniernamen ist die Wertigkeit –, hat aber weniger Stufen und eine eigene Rangliste:
| Kategorie | Für wen |
|---|---|
| 100 & 250 | Einsteiger und Amateure |
| 500 & 1.000 | Leistungsorientierte Spieler, mit Preisgeld |
| Finals (1.500) | Saisonabschluss der Tour |
Gewertet werden die besten acht Ergebnisse innerhalb eines Jahres. Dabei trennt die Tour zwei Wertungen: Ins Amateur-Ranking zählen Ergebnisse aus den Kategorien 100 und 250, solange du nicht mehr als zwei Turniere der Pro-Kategorie gespielt hast. Ins Pro-Ranking gehen die höherklassigen Turniere (500, 1.000 und Finals) ein.
Die Startgebühr legt der jeweilige Ausrichter fest, gedeckelt auf 25 € outdoor und 30 € indoor pro Person, dazu kommen 5 € Teilnehmergebühr für den DTB. Bei der GPT bleibt es vorerst bei RankedIn: Dort meldest du dich bis vier Wochen vor dem Turnier an. Turnierkalender und Ranglisten-Stand der Tour veröffentlicht der DTB dagegen auf seiner eigenen Plattform mypadel.de – für die GPT brauchst du also beide Adressen.
Wie funktioniert die Rangliste?
Nach deinem ersten offiziellen GPS-Match wirst du automatisch mit deiner Punktzahl geführt. Die deutsche Rangliste des DPV (als von der FIP anerkannter nationaler Verband) lag dafür bisher bei RankedIn – nicht zu verwechseln mit dem GPT-Ranking des DTB, das eine eigene Wertung auf mypadel.de ist. Die Platzierung beeinflusst vor allem, gegen wen du in künftigen Turnieren gesetzt wirst, und ob du für höhere GPS-Kategorien zugelassen bist. Auch dieser Bereich wandert gerade ins DPV-Portal; verbindlich ist immer die Plattform, über die dein Turnier ausgeschrieben war – Verbandsregeln und Punktevergabe können sich ohnehin von Saison zu Saison ändern.
Wenn du auf beiden Serien spielst, führst du zwangsläufig zwei Ranglistenstände parallel: einen beim DPV für deine GPS-Ergebnisse, einen im GPT-Ranking der Tour. Das ist kein Fehler, sondern Folge der getrennten Wettbewerbe – vor der Anmeldung lohnt deshalb der Blick, auf welche Wertung ein Turnier einzahlt.
Nächster Schritt
Auf unserer Turnierseite findest du kommende Turniere gefiltert nach Bundesland, Serie und Wertungsstufe, dazu die wichtigsten Antworten zu Liga vs. offenem Turnier. Wenn das Material für den ersten Turniereinsatz noch fehlt: Unser Schläger-Finder empfiehlt in 7 Fragen ein passendes Modell. Wer regelmäßig Turniere spielt, wird eher bei den Schlägern für Fortgeschrittene und im Profi-Segment fündig – jeweils mit tagesaktuellem Preisvergleich.